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Three Millennia of Greek Literature
The Greeks Us / Greece in West  

Rilke, Ein Wehn im Gott

From Sonnets to Orpheus, Erster Teil (1922)  

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Sonett III 

EIN GOTT vermags. Wie aber, sag mir, soll
ein Mann ihm folgen durch die schmale Leier?
Sein Sinn ist Zwiespalt. An der Kreuzung zweier
Herzwege steht kein Tempel für Apoll.

Gesang, wie du ihn lehrst, ist nicht Begehr,
nicht Werbung um ein endlich noch Erreichtes;
Gesang ist Dasein. Für den Gott ein Leichtes.
Wann aber sind wir? Und wann wendet er

an unser Sein die Erde und die Sterne?
Dies ists nicht, Jüngling, Daß du liebst, wenn auch
die Stimme dann den Mund dir aufstößt, - lerne

vergessen, daß du aufsangst. Das verrinnt.
In Wahrheit singen, ist ein andrer Hauch.
Ein Hauch um nichts. Ein Wehn im Gott. Ein Wind.

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   Cf. Virgil, To return and view the cheerful skies Boethius, His mourning moved the depths of hell
Goethe, Who yearns for the impossible I love Hoelderlin, Hyperion's song of destiny,
Origen, Let our whole life be a life of prayer,   Gregory Theologian, God is a God of the present Papacy

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